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So, 11.10.2026 | 09:45 - 10:20

Kultur (D 2026)

Molly Hankinson fühlt sich "wie auf Entzug". Einen Monat ohne Handy – für die 30-Jährige eine echte Challenge. Die britische Künstlerin kennt kein Leben ohne Smartphone. Und sagt von sich selbst, sie sei süchtig danach. Deshalb zieht sie für ein Selbstexperiment einen Monat in die dichten Wälder Finnlands: kein Smartphone, kein Internet, kein Social Media. Was macht das mit ihr? Auch Johannes Klaus hat gemerkt, dass ihm der dauernde Griff zum Handy nicht guttut. Den Reiseschriftsteller beschäftigt, wie das Smartphone Alltag und Reisen verändert. In seinem neuen Buch "Handy aus, Welt an" erzählt er, was passiert, wenn man offline reist, wenn der Zufall wieder Raum hat, man nicht nur ausgetretenen Pfaden von anderen und Bewertungsportalen folgt. Noch nie war es so einfach, Orte zu finden. Apps führen uns hin und wir folgen – bedenkenlos. Aber was bedeutet es eigentlich, wenn wir ein Stück unserer Orientierung und Verantwortung abgeben? Damit setzt sich die französische Schriftstellerin Lucie Rico in ihrem Roman "GPS" auseinander. Ihr Fazit: Je mehr wir digitale Tools nutzen, desto abhängiger werden wir davon. Offline sein, darauf freut sich der Theaterregisseur Jan-Christoph Gockel, wenn er für seine ausufernden Inszenierungen probt. Das Theater ist für ihn ein analoger Gegen-Ort zur echten, von Dauererreichbarkeit geprägten Welt. Seine jüngste Inszenierung für das Schauspiel Frankfurt, das Anti-Kriegsstück "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk", beschäftigt sich unter anderem mit der Schlacht um die ukrainische Stadt Bachmut: Theater als hochaktueller "Offline-Club".

Thema
  • Digital Detox: Macht offline glücklich?.
Alter
  • MinimalAge 0