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rbb24 Reportage: Jüdisch sein. Bleiben oder gehen?

rbb24 Reportage: Jüdisch sein. Bleiben oder gehen?
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Mi, 04.11.2026 | 20:15 - 20:45

Gesellschaft (D 2026)

Wie fühlt es sich an, im eigenen Land nicht mehr sicher zu sein? Seit dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 hat sich die Stimmung für viele Jüdinnen und Juden in Deutschland verschärft. Antisemitische Beleidigungen, Bedrohungen und Übergriffe häufen sich. Jüdinnen und Juden werden auf der Straße beschimpft, an Hochschulen ausgegrenzt und wegen jüdischer Symbole angegriffen. Der Antisemitismus kommt aus unterschiedlichen Milieus – von Rechtsextremen über islamistische und antiisraelische Strömungen bis in linksextreme Lager. In Berlin wird aktuell besonders darüber gestritten, wo legitime Israelkritik endet und Antisemitismus beginnt und ob der Vorwurf politisch instrumentalisiert wird. rbb-Reporter Marcel Trocoli Castro begleitet Jüdinnen und Juden, die sich die Frage stellen, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Zum Beispiel Levi Salomon, der seit Jahrzehnten antisemitische Entwicklungen auf Berlins Straßen dokumentiert. Inzwischen wird der Journalist selbst zur Zielscheibe. Trotz Anfeindungen und Übergriffen setzt er seine Arbeit fort, obwohl er an seiner Zukunft in Deutschland zweifelt. Jael Keck ist jüdische Studentin und politisch links. An ihrer Universität erlebt sie Ausgrenzung und verliert Freundschaften – trotz ihrer Kritik an der israelischen Regierung und ihrer Solidarität mit den Menschen in Gaza. An der TU wird sie nach eigenen Angaben als "Scheiß Zio" und "Genozidleugnerin" beschimpft. Rabbiner Andreas Nachama setzt trotz wachsender gesellschaftlicher Spannungen auf den interreligiösen Dialog. Doch angesichts mangelnder Solidarität mit den israelischen Opfern fragt er sich, wie Brücken zwischen den Religionen bestehen bleiben können. Ron Dekel und Tim Kurockin vertreten die Interessen junger Jüdinnen und Juden in der Studierendenunion Deutschland. Trotz persönlicher Bedrohungen engagieren sie sich öffentlich und kämpfen für eine Zukunft, in der sie sich nicht verstecken müssen. Der Lehrer Mehmet Can erlebt, wie der Nahostkonflikt den Schulalltag verändert. Seit fast 20 Jahren versucht er, Vorurteile abzubauen, Jugendliche zu erreichen und einen offenen Umgang mit schwierigen Fragen zu ermöglichen. Die Reportage erzählt von Angst und Ausgrenzung, aber auch von Mut und Zusammenhalt. Sie fragt, was sich verändern muss, damit jüdisches Leben in Deutschland wieder selbstverständlich und sicher sein kann.